Scheitern im Top-Management: Massiver Schaden mit Ansage

KlarheitTransformation
Scheitern im Top-Management

Wer es bis ins mittlere Management schafft, kann auf eine beeindruckende Karriere zurückblicken. Der Aufstieg ins Top-Management allerdings ist die Krönung eines jeden Karrierewegs. Allzu oft erklimmen Sie den Olymp der Arbeitswelt aber nur für kurze Zeit. Denn in vielen Fällen lässt der Abstieg – nicht selten ist es leider eher ein Absturz – nicht lange auf sich warten. Ich sage es, wie es ist: Extrem viele Top-Manager scheitern. Das führt zu gravierenden persönlichen Folgen für die Betroffenen – sozial, gesundheitlich und finanziell. Und zu Millionenschäden für ihre Unternehmen. Das Tragische: Das Scheitern auf C-Level-Niveau wäre vermeidbar.

Nach meiner eigenen Zeit im Top-Management und über 30 Jahren Erfahrung im Führungskräfte-Coaching kann ich Ihnen sagen: Mit einem vernünftigen Onboarding und einem Coach an der Seite, gelingt die für den Erfolg an der Spitze notwendige C-Level-Transformation.

Inhaltsverzeichnis

  1. Der Blick auf die Zahlen ist ernüchternd
  2. 9 Gründe, warum so viele C-Level wirklich scheitern
    2.1. Sie kennen Spielregeln und Unternehmenskultur nicht gut genug
    2.2. Sie haben kein vernünftiges Onboarding bekommen
    2.3. Sie sehen das Job-Angebot nur als Anerkennung Ihrer Leistung
    2.4. Die Diskrepanz zwischen Wollen und Sollen ist zu groß
    2.5. Sie haben falsche Versprechungen gemacht
    2.6. Sie haben eine unlösbare Aufgabe übernommen
    2.7. Ihre schlechte Außenwahrnehmung bringt Sie zu Fall
    2.8. Sie halten an Altbewährtem fest
    2.9. Sie verlassen sich auf Ihre Performance statt auf Ihr Netzwerk
  3. Kosten eines Scheiterns auf C-Level-Niveau in Zahlen und Fakten
    3.1. Für C-Level: Der persönliche Schaden geht weit über das Finanzielle hinaus
    3.2. Für Entscheider: Für das Unternehmen geht es um Millionensummen

Der Blick auf die Zahlen ist ernüchternd

Nicht nur der CEO-Posten ist ein heißer Stuhl. Nahezu alle C-Level-Positionen sind von einer hohen Fluktuation geprägt. Die Zahlen sprechen für sich: Scheitern ist auf diesem Niveau allgegenwärtig. Ein Best of der wichtigsten Studien-Erkenntnisse der letzten Jahre:

9 Gründe, warum so viele C-Level wirklich scheitern

Warum also scheitern so viele Top-Manager? Liegt es am hohen fachlichen Anspruch der Spitzenpositionen? Nicht wirklich. In meinen Coachings und Sparringspartnerschaften begegnen mir immer wieder 9 Gründe, die – meist im Zusammenspiel – für das Scheitern von Top-Führungskräften verantwortlich sind. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte: Wer die folgenden Faktoren kennt und verinnerlicht hat, reduziert die Wahrscheinlichkeit an der Spitze zu scheitern, erheblich!

1.) Sie kennen Spielregeln und Unternehmenskultur nicht gut genug

Jedes Unternehmen, jede C-Level-Position ist anders. Ein großer Teil der Führungskräfte scheitert, weil er sich nicht genug mit den herrschenden Spielregeln und der Unternehmenskultur auseinandergesetzt hat. Man könnte es auch anders ausdrücken: Viele Führungskräfte zeigen zu wenig Anpassungsfähigkeit. In diesem Zusammenhang muss ich an meine Klientin Veronika F. denken. Als externe Aufsteigerin in die Konzernspitze war sie bei ihrem Antritt mit den (versteckten) Unternehmensregeln nicht vertraut. In der Kantine kam es dann – für sie unbemerkt – zum Eklat: Sie setzte sich direkt an einen freien Tisch, ohne sich vorher unters Volk zu mischen. Ein klarer Verstoß gegen die internen Regeln. Die Folge: Ihr Team hielt sie für eine arrogante Tante und zeigte ihr die kalte Schulter. Es dauerte eine ganz Weile, bis sie ihren Fehler bemerkte.

Selbst kleine „Verstöße“ wie diese, können Ihnen das Arbeitsleben enorm erschweren – und in letzter Konsequenz sogar den Kopf kosten!

2.) Sie haben kein vernünftiges Onboarding bekommen

Leider ist Onboarding in vielen Unternehmen ein inhaltsleeres „Buzzword“. Von einer echten Einarbeitung im Sinne einer Integration in die Unternehmensprozesse und -strukturen ist man vielerorts meilenweit entfernt. Auch ein interner Mentor als Ansprechpartner wird Ihnen allzu selten an die Seite gestellt. In der Folge sind viele C-Level bei den zahlreichen Stolperfallen, die vor ihnen liegen, erstmal auf sich gestellt. Immerhin: Sollte sich Ihr Unternehmen quer stellen, können Sie selbst einen erfahrenen Coach und externen Mentor finden und engagieren, der Ihnen Starthilfe gibt.

3.) Sie sehen das Job-Angebot nur als Anerkennung Ihrer Leistung

Viele Top-Führungskräfte fühlen sich geschmeichelt, wenn ihnen eine C-Level-Position angeboten wird. Immerhin scheinen die Entscheider der Auffassung zu sein, dass nur sie diese Stelle zur Zufriedenheit ausfüllen können. Eine willkommene Anerkennung der eigenen Leistung also. Doch Vorsicht: Oft steht hinter dem Jobangebot mehr, als auf den ersten Blick ersichtlich ist. Denn viele Entscheider haben eine Hidden Agenda. Am Ende müssen Sie womöglich frustriert feststellen: Es ging bei der Entscheidung gar nicht um Sie und Ihre Leistung – und die neue Stelle passt auch längst nicht so gut zu Ihrem Kompetenzprofil, wie Ihnen glaubhaft gemacht wurde. Umso wichtiger ist es, im Zuge der Vorbereitung die wahren Motive, Rahmenbedingungen und Erwartungen eines Jobangebots auszuleuchten.

Fallbeispiel: Claudia B. erhielt von ihrem Unternehmen sehr überraschend das Angebot, Finanzvorständin zu werden. Der Grund für das Angebot war jedoch nicht ihre (durchaus vorhandene) Eignung, sondern der CEO selbst. Der wusste in ihr eine loyale Mitstreiterin mit gutem Verhältnis zum Aufsichtsrat und zu vielen Vorständen, auf die er sich verlassen konnte – und die ihm niemals am Stuhl sägen würde.

4.) Die Diskrepanz zwischen Wollen und Sollen ist zu groß

Das Top-Management war schon immer Ihr Ziel? Sogar eine ganz bestimmte Position haben Sie schon seit Jahren im Visier. Bis ins kleinste Detail haben Sie sich ausgemalt, was Sie hier alles bewegen könnten? Und jetzt wird Ihnen genau dieser Traumjob angeboten? Dann ist es allerhöchste Zeit, einen Schritt zurückzutreten und für einen Moment die rosarote Brille abzunehmen!

Denn ein wesentlicher Punkt, der Top-Manager immer wieder zum Scheitern bringt, ist die Diskrepanz zwischen den eigenen Wünschen und Vorstellungen sowie den eigentlichen Erwartungen der Vorgesetzten. Spätestens in den ersten Monaten nach Antritt der Stelle kollidiert ein möglicherweise vorhandenes Missverhältnis – und Sie sind Ihre vermeintliche Traumstelle wieder los.

5.) Sie haben falsche Versprechungen gemacht

Gerade im Zuge der Bewerbung als Führungskraft ist es im Eifer des Gefechts schnell passiert, dass Sie Ihre eigenen Fähigkeiten übertreiben oder Ihnen ein falsches Versprechen über die Lippen rutscht. Womöglich haben Sie aus Ihrem Netzwerk auch noch wohlwollende Fürsprecher rekrutiert, die Sie über den grünen Klee loben. Die gewünschte Stelle mag Ihnen dieses Vorgehen verschaffen. Haben Sie nur vorgegeben etwas zu können, zu wissen oder zu sein, können Sie sich meiner Erfahrung nach auf der Position aber nicht besonders lange halten.

6.) Sie haben eine unlösbare Aufgabe übernommen

Ein Klassiker, der ebenfalls immer wieder zu einem Scheitern im C-Level führt: Sie haben eine eigentlich unlösbare Aufgabe angenommen. Etwas, das so – zumindest auf lange Sicht – einfach nicht machbar ist. Wahrscheinlich wurde Ihnen dabei sogar glaubhaft gemacht, dass Sie es schaffen können, und damit Ihrem Ego geschmeichelt: „Wenn nicht Sie, wer denn sonst?!“ Ich kenne so manche Top-Führungskraft, die aus genau diesem Anlass heraus, etwa zwei Vollzeitstellen gleichzeitig angenommen hat.

7.) Ihre schlechte Außenwahrnehmung bringt Sie zu Fall

Viele Top-Manager scheitern nicht etwa, weil sie einen schlechten Job machen. Sondern schlicht, weil sie intern oder extern nicht bzw. nicht richtig wahrgenommen werden. Sie haben also ein Problem mit ihrem Personal Branding. Und eine schlechte Außenwahrnehmung ruft Kunden, Partner und Stakeholder auf den Plan. Immerhin kann der schlechte Ruf eines Chefs durchaus unternehmensschädigend sein.

8.) Sie halten an Altbewährtem fest

Sicherlich gibt es so einige Erfolgsstrategien, die Ihnen den Weg an die Spitze geebnet und Ihnen über weite Teile Ihrer Karriere treue Begleiter waren. Im C-Level angekommen, stellen Sie diese aber besser auf den Prüfstand – und werfen sie gegebenenfalls über Bord. Denn im Top-Management funktionieren viele der alten Rezepte nicht mehr. Hier, wo Sie sich auf rutschigem politischem Parkett bewegen müssen und Machtspiele an der Tagesordnung sind, gelten eigene Regeln. Das heißt: Sie müssen sich und ihre Strategien anpassen.

Diese (innere) Transformation vergleiche ich gerne mit der Metamorphose einer Raupe zum Schmetterling. Als am Boden verhaftete Raupe im mittleren Management galten für Sie ganz andere Regeln des Überlebens und Wachstums als in den luftigen Höhen, in denen Sie als Schmetterling im Top-Management unterwegs sind.

9.) Sie verlassen sich auf Ihre Performance statt auf Ihr Netzwerk

Im mittleren Management waren Ihre herausragenden Leistungen die Triebfeder Ihres Erfolgs. Im Top-Management ist Ihre Performance allein noch kein Erfolgsgarant. Viel wichtiger sind Beziehungen – zu (wahren) Entscheidern und Stakeholdern. Vernachlässigen Sie das Thema Networking, ist ein Scheitern vorprogrammiert.

Kosten eines Scheiterns auf C-Level-Niveau in Zahlen und Fakten

Wenn CEOs, COOs, CFOs, CIOs und Co. scheitern, wird es teuer. Richtig teuer. Für das Unternehmen, aber auch auf persönlicher Ebene. Im Folgenden zeige ich Ihnen, mit welchem Schaden Sie rechnen müssen.

Für C-Level: Der persönliche Schaden geht weit über das Finanzielle hinaus

Klar, wenn Sie einen lukrativ vergüteten C-Level-Posten verlieren, ist das zunächst mal ein finanzieller Verlust. Der Schaden, den Sie durch Ihr Scheitern im Top-Management erleiden, ist aber oft weitaus umfassender. Wenn Sie im C-Level scheitern…

Und auch für Ihre Familie bedeutet ein Scheitern sehr oft viel Stress. Gerade, wenn Sie für Ihren Job umziehen mussten. Eine Geschäftsführerin (keine Klientin) erzählte mir mal, wie sie zusammen mit ihrer Familie nur für einen neuen Job umgezogen ist – in eine unbekannte Stadt, die niemand von ihnen so richtig leiden konnte. Doch schon kurz nach dem Start kommt es zu Schwierigkeiten. Ihre ständige Anspannung überträgt sich auf ihre Familie, die Situation wird immer unerträglicher – und weit bevor 1,5 Jahre (der Zeitraum, den sie unbedingt durchhalten wollte) vergangen sind, wirft sie das Handtuch. Das bittere Fazit ihres Scheiterns: Die Familie hatte völlig umsonst ihr Haus in Frankfurt verkauft, um eine neue Wohnung in der Stadt ihrer Arbeitsstelle zu kaufen. Und ihre Kinder mussten einen Schulwechsel über sich ergehen lassen, der im Rückblick nicht nötig gewesen wäre.

Ein frustrierendes Gefühl, dass die Atmosphäre in der Familie stark belasten kann.

Für Entscheider: Für das Unternehmen geht es um Millionensummen

Nicht nur für C-Level selbst, auch für ihre Unternehmen kann das Scheitern einer Spitzenführungskraft eine Katastrophe bedeuten. Stellen Sie sich vor, der betreffende C-Level sollte einen Etat von rund 200 Millionen Euro steuern. Eine einzige Fehlentscheidung kann hier spielend leicht 20 Millionen und mehr kosten – und tausende Arbeitsplätze gefährden.

C-Level Coaching – Ihre Versicherung gegen das Scheitern

Es ist verrückt, wenn man bedenkt, wie viel Geld Unternehmen für den Recruiting-Prozess von Top-Leuten in die Hand nehmen, und wie wenig sie auf der anderen Seite in ein vernünftiges Onboarding und eine Begleitung der angeworbenen Spitzenkraft investieren. Die Mittel, die man für die Prävention eines Scheiterns aufbringen müsste, sind im Vergleich zu den möglichen Kosten verschwindend gering.

Daher lautet mein Appell an alle Entscheider: Investieren Sie von Anfang an, in eine intensive Unterstützung – und holen Sie sich hierfür einen erfahrenen Coach an Bord! Sehen Sie es mal so: Kein Sportler auf Top-Niveau würde auf einen Coach verzichten. Warum sollte das im C-Level anders sein? Immerhin wird hier nicht mehr Kreis-, sondern Bundesliga gespielt. Und da braucht Ihr Team einen erfahrenen Coach mit Spielerfahrung an der Seite – sonst ist ein Scheitern vorprogrammiert. Mit der richtigen Begleitung dagegen können Sie die Zeit, bis der Neue Geld bringt, um bis zu 40 Prozent verkürzen!

Und auch für Sie als Top-Führungskraft selbst ist mein Programm-C-Level-Transformation Ihre Versicherung gegen das Scheitern. Ich bin mir sicher: Sie wollen auf dem Spielfeld nicht die Rote Karte gezeigt bekommen – sei es von Ihrem Unternehmen, Ihrer Familie, Ihrem Körper oder Ihrer Psyche. Denn das ist am Ende ein Preis, den Sie sich nicht leisten können.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Sie wollen ein teures Scheitern im C-Level vermeiden? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de. Gemeinsam analysieren wir Ihre individuelle Situation – und identifizieren die Fallstricke, die Sie zu Fall bringen könnten!

  1. Quelle: CEO Success Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC
  2. Quelle: https://www.openpr.de/news/1203948/Was-Top-Manager-unbedingt-an-ihrer-Fuehrungsarbeit-aendern-sollten.htm
  3. Quelle: https://www.cio.de/article/3691802/im-topmanagement-gelten-andere-regeln.html
  4. Quelle: https://chiefexecutive.net/the-costs-of-ceo-failure/

Bild: insta_photos / stock.adobe.com

Schlagwörter: CEO FailureFallstrickekarriereScheiternScheitern C-LevelScheitern im Top-Management

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