Wissensmanagement im Unternehmen

Moderne Führung
Wissensmanagement im Unternehmen

Wissen ist die wichtigste Währung vieler Unternehmen. Dabei geht es nicht nur um das Fachwissen und die Kompetenz jedes einzelnen Mitarbeiters. Mindestens genauso wichtig ist der Überblick über Informationen zur aktuellen Unternehmenssituation, die Verantwortlichen und Akteure in bestimmten Projekten, die Spielregeln auf der jeweiligen Hierarchieebene und ähnliches. Aber wie sieht gutes Wissensmanagement eigentlich aus? Und was müssen Führungskräfte rund um das Knowledge Management beachten?

In diesem Artikel lesen Sie,

Was ist Wissensmanagement? Eine Definition

Wissensmanagement in Unternehmen kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Im Kern geht es stets darum, Wissen bestmöglich zu sammeln und einen effizienten Umgang mit diesem sicherzustellen. Das gilt sowohl für alle operativen wie für strategische Management-Aufgaben. Wie Wissen „richtig“ gemanagt wird, hängt dabei maßgeblich mit der Struktur des Unternehmens und der Arbeitsweise des Führungsteams zusammen.

So gehen Top-Manager richtig mit Informationen um

Aus vielen Führungskräfte-Coachings weiß ich, dass sich Manager oft von der Informationsflut überfordert fühlen. Gerade beim Wechsel von der Fach- zur Führungskraft denken viele, sie müssten in der neuen Position nun erst recht fachlich bis ins Detail informiert sein, besser sein als alle Mitarbeiter, sie müssten „alles“ wissen. Das ist natürlich ein Trugschluss und darüber hinaus auch gar nicht möglich.
Der richtige UMGANG mit Informationen ist aber sehr wohl eine zentrale Management-Aufgabe. Schließlich soll durch die Nutzung relevanter Informationen letztendlich neues Wissen generiert, Innovationskraft im Unternehmen gehalten und ein Wettbewerbsvorsprung erreicht werden. Vielerorts funktioniert das allerdings nur sehr dürftig, unter anderem weil sich die Führungskräfte im Detail verfangen. Richtiges Informations- und Wissensmanagement ist für mich daher ein unverzichtbarer Bestandteil professioneller Führungskräfteentwicklung. Zudem halte ich es für wichtig, eigene Ideen zu entwickeln und in den Führungsalltag einzubringen.

Die Leistungsträger sollten erkennen, dass sie nicht „alles“ wissen können und müssen.

Richtiges Wissensmanagement: Das können Führungskräfte tun

Insbesondere wenn im Zuge der Übernahme einer neuen Position im C-Level noch vieles neu ist, ist der richtige Umgang mit Informationen essenziell – aber auch darüber hinaus. An folgenden Leitlinien können sich Führungskräfte orientieren:

Halten Sie sich stets vor Augen: Bei Informationen geht es nicht nur um das Sammeln und die Koordination von Fachwissen. Es geht um das gesamte Netzwerk aus fachlichem und Erfahrungswissen, das sich ständig gegenseitig beeinflusst. Als Führungskraft tut man gut daran, sich darüber bewusst zu sein und seine Rolle entsprechend wahrzunehmen. Ein für das Unternehmen wertvoller Manager erfasst zum Beispiel relevante Informationen und bereitet sie für die Geschäftsführung oder den Vorstand so auf, dass die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt zur Verfügung stehen. Damit kann man punkten und zeigen, dass man der Führungsaufgabe gewachsen ist und sich weiter nach oben orientiert.

Wissensmanagement im Unternehmen: Was Sie von der Natur lernen können

Unternehmen verfolgen unterschiedlichste Ansätze des Wissensmanagements, die mal mehr, mal weniger von Wissensmanagement-Tools getrieben sind. Eine neue Perspektive auf den Umgang mit Wissen eröffnet die Natur. Ihren Status als „erfolgreichstes Unternehmen aller Zeiten“ (Zitat: Frederic Vester) verdankt sie vor allem ihrem unglaublich effektiven Wissensmanagement. Seit unzähligen Millionen von Jahren nutzt die Natur ihr „Wissen“, um Krisen unterschiedlichster Art zu überleben, und im Anschluss weiter zu wachsen. Im Folgenden zeige ich Ihnen drei Lehren, die Sie aus der Natur für Ihr Wissensmanagement im Unternehmen ziehen können.

1.) Nutzen Sie Wissen, um Fehler vorherzusehen

Gerade Unternehmen, die mit Wissensmanagement-Tools arbeiten, haben häufig eine sehr breite Wissensbasis. Sie nutzen das Wissen allerdings in erster Linie, um Prozesse zu optimieren und Innovationen voranzutreiben. Daran ist grundsätzlich nichts falsch. Ein Element der Wissensnutzung wird dabei allerdings regelmäßig übersehen: das Vorhersehen von Fehlern.

Für die Natur gehört Fehlerantizipation zum Standardrepertoire. Man denke nur an die Blutgerinnung: So gut organisiert unser Körper als Ganzes auch sein mag, er geht immer davon aus, dass es zu Verletzungen kommen kann. Das Wissen um das Auftreten von Fehlern hat zur Herausbildung einer körperlichen Reaktion geführt, die uns im Ernstfall das Überleben sichert.

Also: Sie wissen, wie Sie Prozesse optimieren und Ihre Produkte weiter verbessern können. Beginnen Sie auch zu überlegen, was passiert, wenn ein Rädchen im Getriebe bricht. Wie sieht gutes Krisenmanagement für verschiedene Szenarien aus? Haben Sie frühzeitig Pläne gemacht, können Sie im Fall der Fälle blitzschnell reagieren – und Ihr Unternehmen vor Schaden bewahren.

2.) Machen Sie Wissen jedem zugänglich

Die prinzipielle Verfügbarkeit von Wissen ist wenig hilfreich, wenn es im Unternehmen nicht den richtigen Personen zur rechten Zeit zur Verfügung steht. Warum, wird schnell deutlich, wenn man sich die Funktion von Pflanzensystemen vor Augen führt. Die Wurzelraumanlage besteht aus zigtausenden Arten von Pilzen, Bakterien und anderen Mikroorganismen, die alle verschiedene Funktionen und Fähigkeiten haben. Dringt Gift in den Boden ein, spielt die gesamte Pflanzengemeinschaft zusammen, um sich neu zu organisieren. Insbesondere Organismen, die in der Lage sind, Schadstoffe zu neutralisieren oder sogar von ihnen zu profitieren, werden nun aktiv. Und das, obwohl sie zuvor womöglich keine oder nur eine untergeordnete Rolle im Gesamtsystem gespielt haben.

Das Beispiel zeigt: In der Natur ist jede Ressource wichtig. Und das gilt auch für Unternehmen. Neben einer Wissensdatenbank, die das Wissen an einer zentralen Stelle sammelt, gilt es Mitarbeitern daher gezielt, das für sie zum jetzigen Zeitpunkt gerade relevante Wissen zugänglich zu machen. Dabei helfen Wissensmanagement-Tools und deren Verzahnung mit PLM-Systemen.

3.) Bleiben Sie als Führungskraft auf Dauer leistungsfähig

Gnothi seauton – erkenne dich selbst. Ein geflügelter Satz, der nicht nur für Philosophen, sondern auch für Führungskräfte im Top-Management hochinteressant ist. Denn Fakt ist: Ihre Leistungsfähigkeit hängt auf Dauer maßgeblich davon ab, wie gut Sie sich selbst kennen.

In der Natur etwa finden sich unter den Raubkatzen zwei unterschiedliche Arten von Leistungsträgern. Da ist zum einen der Gepard. Er erreicht Spitzengeschwindigkeiten von über 110 km/h und ist der geborene Sprinter. Erlegt er seine Beute während eines solchen Sprints nicht, muss das Festmahl allerdings warten. Denn nach jedem Sprint ist der Gepard so erschöpft, dass er eine Pause einlegen muss. Ganz anders sieht es bei Löwen aus. Diese sind eher Dauerläufer und jagen im Rudel. Sie funktionieren also am besten, wenn sie sich mit anderen abstimmen können.

Nach meiner Erfahrung lassen sich auch Leistungsträger im Top-Management in die zwei Kategorien „Gepard“ und „Löwe“ einteilen. Je nach Leistungstyp müssen Sie sich also unterschiedlich organisieren, um auf Dauer leistungsfähig zu bleiben. Auch das Wissen um Ihre Leistungsfähigkeit ist eine Art des persönlichen Wissensmanagements, die maßgeblich über Ihre Performance als Führungskraft entscheidet.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Sie fühlen sich von der Informationsflut in Ihrem Unternehmen überwältigt und möchten endlich Übersicht und Klarheit gewinnen? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de – und wir bringen gemeinsam Licht ins Dunkel.

Bild: tadamichi / istockphoto.com

Schlagwörter: Informationsmanagementwissensmanagement

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