Reputationsmanagement: Wie Führungskräfte ihren Ruf wahren

Klarheit
Reputationsmanagement Führungskraft

Sie legen, ohne zu gackern, spielen sich niemals auf und bilden doch das Rückgrat ihres Unternehmens: wahre Könner. Im mittleren Management können diese Leistungsträger noch auf ihre fachliche Expertise vertrauen. Spätestens mit dem Aufstieg ins C-Level allerdings wird vieles anders. Hier, wo Politik, Machtspiele und Reputation über den beruflichen Erfolg entscheiden, kommen die stillen Könner oftmals ins Straucheln – und finden den Weg zu mir ins Führungskräfte-Coaching. Denn, um im Top-Management zu bestehen, kommen sie um ein Thema nicht herum, das ihnen bislang weitestgehend fremd war: Reputationsmanagement – das Arbeiten am eigenen Ruf.

In diesem Blogbeitrag zeige ich Ihnen, wie Sie Ihr Image in Ihrem Sinne aufbauen. Und damit die Grundlage für nachhaltigen Erfolg an der Spitze schaffen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Im Top-Management ist Reputation eine Währung
  2. 5 Regeln für erfolgreiches Reputationsmanagement im C-Level
    2.1. Lassen Sie sich nicht verheizen
    2.2. Setzen Sie bei Ihrem Netzwerk auf Qualität
    2.3. Seien Sie ein Original – kein Plagiat
    2.4. Arbeiten Sie an Ihrer Personenmarke
    2.5. Neu im Unternehmen? Profitieren Sie vom Ruf eines Mentors
  3. Arbeiten Sie mit einem Profi an Ihrem Ruf

Im Top-Management ist Reputation eine Währung

Dass Sie es fachlich drauf haben, wird im Top-Management als selbstverständlich vorausgesetzt. Um hier nachhaltig Erfolg zu haben, zählt eine andere Währung: Reputation. Es ist nicht zuletzt Ihr Image, dass Sie als Kandidat für einen Vorstandsposten ins Spiel bringt. Viele Jobangebote haben sogar das explizite Ziel, sich mit einer bestimmten Person Reputation einzukaufen. Denn ein CEO mit Strahlkraft kann Aufwind für das gesamte Unternehmen bedeuten.

Ein guter Ruf kann sich dabei durchaus auch auf einen ganz bestimmten Bereich beziehen. In gewisser Weise kann er Sie sogar davor schützen, Opfer der im Top-Management so weit verbreiteten Machtspiele zu werden. In diesem Zusammenhang muss ich an meinen Klienten Wolfgang W. denken, der direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtete. Politische Spielchen waren ihm fremd und er hielt sich nicht an die üblichen Spielregeln an der Spitze. Trotzdem war er überaus erfolgreich. Warum? Weil er eine Reputation besaß, die ihn schützte. So genoss er den Ruf eines wahren Verhandlungsmeisters. Immer wenn es darum ging, schwierige Verhandlungen mit wichtigen, aber verärgerten Kunden zu führen, wurde er als Retter ins Boot geholt. Seine loyale, diplomatische und emphatische Art, die ihn im Umgang mit Kunden so erfolgreich machte, führte letztlich sogar dazu, dass sein Verantwortungsbereich sukzessive ausgebaut wurde.

5 Regeln für erfolgreiches Reputationsmanagement im C-Level

Es gibt viele Stellschrauben, um sich über die Jahre eine gute Reputation aufzubauen. Im Folgenden will ich Ihnen fünf der grundlegendsten Regeln für ein erfolgreiches Reputationsmanagement mit auf den Weg geben.

1.) Lassen Sie sich nicht verheizen

Hidden Agendas sind im Top-Management gang und gäbe. Für Sie bedeutet das leider auch: So manches vermeintlich gute Angebot hat einen doppelten Boden – und ist potenziell rufschädigend. Umso wichtiger ist es, hinter die Oberfläche zu blicken.

Davon kann mein Klient Klaus V. ein Lied singen. Er befand sich schon seit einiger Zeit bei mir im Coaching, als ein deutscher Energiekonzern bei ihm anklopfte und ihm eine aussichtsreiche C-Level-Position anbot. Was auf den ersten Blick nach einem guten Angebot klang, offenbarte sich nach unserer Analyse als Stelle, hinter der eine unlösbare Aufgabe stand. Ganz offenbar war das Unternehmen nur auf der Suche nach einem Sündenbock. Man wollte Klaus im wahrsten Sinne des Wortes verheizen.

2.) Setzen Sie bei Ihrem Netzwerk auf Qualität

Ihr Ruf im Unternehmen steht und fällt mit Ihren Fürsprechern und Verbündeten. Netzwerken ist im C-Level daher eine der wichtigsten Fähigkeiten überhaupt. Ein gutes Netzwerk allerdings zeichnet sich nicht durch die Zahl der Fans aus. Anders als auf Social Media müssen Sie keine tausende Follower sammeln, um erfolgreich zu sein. Vielmehr braucht es die richtigen Menschen, die Sie unterstützen – und die Ihnen in schwierigem Fahrwasser gezielt Rückendeckung geben können.

Klienten empfehle ich an dieser Stelle gerne die „Hidden Champions-Strategie“. Dabei geht es darum, genau die Personen in Ihr Netzwerk zu holen, die für Ihren Erfolg entscheidend sind. Zunächst identifizieren Sie die Entscheider, die für Sie relevant sind und überlegen im nächsten Schritt, welchen Nutzen Sie diesen bringen könnten. Jetzt positionieren Sie sich so, dass Ihr gegenüber genau das richtige Image von Ihnen bekommt. Im Anschluss nehmen Sie Kontakt auf, tauschen sich regelmäßig aus und pflegen Ihr so entstehendes Netzwerk.

3.) Seien Sie ein Original – kein Plagiat

Kennen Sie das? Sie haben neu als Führungskraft in einer C-Level-Position angefangen und wollen jetzt keinesfalls etwas falsch machen. Und im Handumdrehen kopieren Sie Ihren Vorgänger, um bloß nicht in ein Fettnäpfchen zu treten. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen: Diese Strategie funktioniert nicht. Ihre Mitarbeiter werden Sie eher früher als später als Plagiator wahrnehmen – und ein Stück weit den Respekt vor Ihnen verlieren. Förderlicher für Ihren Ruf ist es daher, Ihren eigenen Weg zu gehen. Handeln Sie nach Ihren Werten und Überzeugungen – und finden Sie den Führungsstil, der wirklich zu Ihnen passt. 

4.) Arbeiten Sie an Ihrer Personenmarke

Gerade die echten Leistungsträger und stillen Könner im Unternehmen tun sich oft schwer damit, aktiv an Ihrem Ruf zu arbeiten. Immerhin klingt Reputationsmanagement doch allzu sehr nach Selbstdarstellung – und nichts liegt diesen Spitzenleuten, die sich einzig für die Sache einbringen wollen, ferner.

Mein Tipp an alle, die sich jetzt angesprochen fühlen: Machen Sie sich klar, dass Sie im beruflichen Kontext IMMER auch eine Personenmarke sind. Das heißt andere Personen im Unternehmen haben ganz automatisch ein bestimmtes Image von Ihnen. Das allerdings ist leider oftmals ziemlich schief. Warum also nicht gezielt an der eigenen Personenmarke arbeiten und Personal Branding betreiben? So stellen Sie sicher, dass Ihr Ruf auch wirklich Ihrem Können entspricht.

5.) Neu im Unternehmen? Profitieren Sie vom Ruf eines Mentors

Gerade, wenn Sie als Externer neu in ein Unternehmen kommen, sind Sie für viele Akteure noch ein unbeschriebenes Blatt. Die nächsten Wochen und Monate werden entscheidend sein, um Ihren Ruf zu prägen.

Ein echter Türöffner kann es sein, wenn Sie einen Mentor finden, der bereits ein gutes Standing im Unternehmen hat. Denn dann färbt dessen guter Ruf auf Sie ab. Gibt es in Ihrem Unternehmen ein Mentorenprogramm, sollten Sie daher nach Möglichkeit Mitspracherecht bei der Auswahl Ihres Mentors einfordern. Und sich im Vorfeld selbstverständlich über den Ruf der jeweiligen Personen im Unternehmen informieren.

Arbeiten Sie mit einem Profi an Ihrem Ruf

Reputationsmanagement ist etwas, das Sie während Ihrer gesamten Karriere im Top-Management begleiten wird. Die gemeinsame Arbeit an Ihrer Außenwirkung ist daher seit gut drei Jahrzehnten auch integraler Bestandteil meines Führungskräfte-Coachings. So viel vorweg: Eine feste Route oder gar eine Abkürzung zu einem guten Ruf im Unternehmen und darüber hinaus gibt es nicht. Echtes Reputationsmanagement ist ein beständiger individueller Prozess. Im Coaching

Sie sind bereit diesen Weg zu gehen? Dann kontaktieren Sie mich!

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Sie möchten gezielt an Ihrer Reputation – und damit an Ihrem Erfolg im Top-Management – arbeiten? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de.

Bild: yj / stock.adobe.com

Schlagwörter: Image FührungskraftreputationReputationsmanagementRuf Führungskraft

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