Führungskraft, Arbeitszeit und Höchstleistung – Ein Dreiklang?

Leistungserhalt
Führungskraft lange Arbeitszeit

Viele Leistungsträger im Top-Management haben hohe Anforderungen an sich und an ihre Rolle als Spitzenführungskraft. Dass die eigenen Höchstleistungen zwangsweise auch mit extrem langen Arbeitszeiten jenseits der 60, 70 oder sogar 80 Stunden in der Woche einhergehen müssen, ist allerdings ein Trugschluss. In diesem Artikel lesen Sie,

Top-Führungskräfte: Überstunden sind unter Hochleistern die Regel

Vor kurzem las ich von einer Studie, laut der jede fünfte Führungskraft Überstunden en masse macht. Soll heißen: Lange Arbeitszeiten von mindestens 60 Stunden pro Woche sind die Regel. Das deckt sich mit meinen Erfahrungen im Führungskräfte-Coaching bei vielen meiner Klienten. Viele von ihnen wären bereit ihre Arbeitszeit zu reduzieren, glauben aber, dass ihnen das in Ihrer Position als C-Level, Geschäftsführer oder Vorstand nicht zusteht. Vielmehr glauben die meisten, dass ihnen in ihrer Position gar nichts anderes übrig bleibt, als lange zu arbeiten. Sie fühlen sich verantwortlich für ihren Bereich, sind extrem engagiert – und sie arbeiten deshalb ein Pensum ab, das auf Dauer einfach viel zu viel wird.

Oft sehen sie aber keinen Ausweg aus diesem Dilemma: Sie merken zwar einerseits, dass sie zusehends an ihre Grenzen stoßen, aber andererseits wollen sie ihren Aufgaben eben hundert Prozent gerecht werden.

Ich denke, Wochenarbeitszeiten, die ständig über 60 Stunden liegen, können nicht das Normalmaß sein. Auch wenn ich von einer Führungskraft realistischerweise höheren Einsatz und auch temporäre Wochenendschichten erwarten kann.

Arbeitszeit reduzieren: Diese Strategien können helfen

Sie investieren viel in Ihr Unternehmen und haben sehr hohe Ansprüche an Ihre Rolle als Führungskraft? Zugleich haben Sie die vage Vermutung, dass Ihnen die hohe Arbeitsbelastung langfristig zusetzt? Dann spricht vieles dafür, dass Sie Ihre Arbeitszeit reduzieren. Dabei hat sich ein Vorgehen in zwei Schritten bewährt.

Schritt 1: Schaffen Sie innere Klarheit

Zunächst gilt es sich darüber klar zu werden, dass lange Arbeitszeiten und endlose Überstunden auf Dauer eine echte Herausforderung sind. Ebenso wie das Finden eines neuen Rhythmus. Dieser erste wichtige Schritt fällt vielen, die im Hamsterrad stecken, erfahrungsgemäß schwer. Um den Kopf hierfür hin und wieder freizubekommen, hilft es, wenn man seine eigenen Methoden hat, um ab und zu abzuschalten. Ich habe da inzwischen meine ganz persönliche Methode gefunden: Ich jogge. Jeden Morgen. Immer dieselbe Runde. Dabei bin ich in Bewegung, aber ganz ohne den Leistungsgedanken. Als ehemalige Sprinterin habe ich mir nämlich bewusst eine Sportart gesucht, in der ich nicht wirklich gut bin und auch nicht gewinnen kann. Nur deshalb kann ich beim Joggen überhaupt Entspannung erleben. Ich nenne das „vegetatives Meditieren“ – denn nach einer Weile wird der Kopf einfach leer und die Gedanken kommen und gehen, Kreativität entsteht und Entspannung macht sich breit. Kann ich sehr empfehlen!

Schritt 2: Betreiben Sie Ursachenforschung

Wenn Sie sich darüber bewusst geworden sind, dass die Belastungssituation zu hoch ist, folgt die Frage nach den Ursachen. Delegieren Sie vielleicht zu wenig? In diesem Fall geht es darum zu lernen, wie Sie Aufgaben sinnvoll verteilen und eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen können, um nicht im operativen Müll zu ersticken. Manchmal hat die Arbeitsüberlastung allerdings auch eher strukturelle Ursachen. Dann ist ein Gespräch mit dem Vorgesetzten fällig, um nach gangbaren Lösungen zu suchen, die mittel- bis langfristig greifen.

Ein Sparringspartner unterstützt die Reflektion

In letzter Zeit erlebe ich es vermehrt, dass Klienten das Coaching als Auszeit nehmen, um mit einem professionellen Sparringspartner ihre Situation zu reflektieren. Da können wir dann zusammen alles sortieren und pragmatische und gangbare Schritte definieren, um einen Weg heraus aus der belastenden Situation zu finden. Bei vielen führt das zu einer enormen Entlastung. Dann ist auch wieder Kraft da, um tatsächlich nach Wichtigkeit und nicht nur nach Dringlichkeit zu priorisieren.

Sie hören lieber?

Hier geht es zur passenden Folge in meinem Podcast „Leben an der Spitze„:

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Sie möchten Ihre Arbeitszeit reduzieren, aber wissen beim besten Willen nicht, wie das in Ihrer Position funktionieren kann? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de – und wir entwickeln gemeinsam eine Strategie.

Foto von Elisa Ventur auf Unsplash

Schlagwörter: arbeitszeitentspannunggesundheithöchstleistungkarriereüberstunden

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