Gehaltserhöhung gefällig? Mit diesen 5 Argumenten bekommen Sie, was Ihnen zusteht

Moderne Führung
Argumente für Gehaltserhöhung

Sie machen gerade mal zwischen zwei und fünf Prozent der Belegschaft eines Unternehmens aus. Und trotzdem prägen sie ein jedes Unternehmen maßgeblich. Die wirklich Guten. Die Könner, denen nicht an Selbstdarstellung, sondern einzig am Erfolg ihres Unternehmens gelegen ist. Ein Weggang eines solchen Leistungsträgers bedeutet daher schnell Kosten vom Vierfachen eines Jahresgehalts und mehr. Das wissen Entscheider. Sie müssen sie nur hin und wieder daran erinnern. Denn dann ist auch eine Gehaltserhöhung drin. Garantiert. Auch, wenn es zunächst heißt, dass da gerade nichts zu machen ist. Glauben Sie mir: Jedes Unternehmen hat einen Verhandlungsrahmen. Mit den richtigen Argumenten können Sie als Top-Führungskraft daher fast immer mehr rausschlagen. Entweder monetär oder in Form von Zusatzleistungen.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, mit welchen 5 Argumenten Führungskräfte beste Chancen auf eine Gehaltserhöhung haben. 30 Jahre Führungskräfte-Coaching haben gezeigt: Es sind genau diese Punkte, auf die es Entscheidern bei der Gehaltsverhandlung ankommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. „Mein (im)materieller Wert für das Unternehmen ist gewaltig.“
  2. „Sie können sich auf mich verlassen.“
  3. „Ich übernehme Verantwortung.“
  4. „Ich arbeite aktiv am Unternehmen.“
  5. „Meine Kollegen schätzen mich.“

1.) „Mein (im)materieller Wert für das Unternehmen ist gewaltig.“

Mögliche Argumente für eine Gehaltserhöhung gibt es viele. Am überzeugendsten sind aber jene, die Ihren ganz konkreten Nutzen für das Unternehmen herausstellen. Im Gehaltsgespräch sollten Sie daher immer zunächst Ihren Wert kommunizieren. Machen Sie klar, welche strategischen Ziele (z.B. eine strategische Neuausrichtung des Unternehmens) Sie bereits erreicht haben. Und werden Sie – wo immer möglich – konkret. Gibt es einen Betrag in Euro, den Sie Ihrem Unternehmen einbringen oder einsparen konnten? Dann nennen Sie diesen!

Ihr Wert kann sich aber auch anders zeigen. Zum Beispiel in Form besonderer Stärken, mit denen Sie das Unternehmen zusammenhalten und voranbringen. Ich denke da etwa an meinen Klienten Julian P. Er bekam den Auftrag, in seinem Unternehmen die Transformation voranzubringen. Der studierte Mathematiker war ein ruhiger und analytischer Mensch, zugleich verfügte der leidenschaftliche Klavier-Spieler aber über ein herausragendes kreatives und einfühlsames Gespür. Im Unternehmenskontext sah Julian diese Kombination aus Rationalität und Intuition bisher nicht als besonders gewinnbringend. Es zeigte sich jedoch, dass genau sie im Wandel seine große Stärke ausmachte. Julian konnte Menschen intuitiv richtig verstehen, die richtigen Fragen stellen, Talente erkennen und Teams für den Kraftakt der Transformation begeistern. Für sein Unternehmen war er damit von unschätzbarem Wert. Ich bin davon überzeugt: Würde Julian diesen Punkt bei der nächsten Gehaltsverhandlung klar ansprechen, wäre ihm eine Gehaltserhöhung sicher.

2.) „Sie können sich auf mich verlassen.“

Keine Frage, Ihr Wert für das Unternehmen ist ein wichtiges Argument für eine Gehaltserhöhung. Aber auch Ihre Rolle im – teils komplexen – Beziehungsgefüge des Top-Managements können Sie zu Ihrem Vorteil nutzen. Loyalität gegenüber Ihren Vorgesetzten etwa wird in der Regel hochgeschätzt. Womöglich haben Sie dem neuen Vorstand in einer schwierigen Phase Rückendeckung gegeben – und damit dazu beigetragen, dass das Unternehmen wieder in ruhigere Fahrwasser findet?

Dann dürfen Sie jetzt auf genau diesen Punkt hinweisen. Besonders schlagkräftig ist das Loyalitäts-Argument, wenn Sie in der Vergangenheit die Interessen Ihres Vorgesetzten, der Ihnen bei der Gehaltsverhandlung gegenübersitzt, gewahrt haben – und klar machen, das auch weiterhin tun zu wollen.

Machen Sie sich klar: Nicht nur Ihr Wert für den Unternehmenserfolg als Ganzes qualifiziert Sie für eine Gehaltserhöhung. Sondern auch der persönliche Nutzen, den Sie Entscheidern bringen.

3.) „Ich übernehme Verantwortung.“

Als echte Macher, die „legen, ohne zu gackern“, fällt es Leistungsträgern leicht, Verantwortung zu nehmen. Weniger einfach ist es für sie allerdings oft, darauf auch hinzuweisen. Gerade mit Blick auf eine Gehaltserhöhung ist letzteres aber wichtig. Denn die Entscheider an der Unternehmensspitze wissen C-Level und Vorstände, die freiwillig Verantwortung übernehmen, sehr zu schätzen. Nur wer Verantwortung übernimmt, ist auch in der Lage, etwas für sein Unternehmen zu bewegen.

Gerade, wenn in Ihrem Unternehmen ein Wind von moderner Führung weht, kann Verantwortung übernehmen auch heißen: zu Fehlern stehen und diese auszubügeln, statt sie anderen in die Schuhe zu schieben. Warum? Weil an der Spitze vieler Unternehmen Verantwortungsschieberei leider noch immer die Regel ist. Fehler werden hier selten offen zugegeben. Stattdessen wird Schwarzer Peter gespielt – mit dem Ziel am Ende keinesfalls selbst den Schwarzen Peter in Händen zu halten. Das mag persönliche Vorteile bringen, schadet aber dem Unternehmen als Ganzes.

4.) „Ich arbeite aktiv am Unternehmen.“

Gelang es dank Ihres Handelns, den größten Konkurrenten (z.B. ein etabliertes, börsennotiertes Unternehmen) zu überflügeln? Haben Sie als Change-Verantwortlicher eine schwierige Transformation erfolgreich auf den Weg gebracht? Oder haben Sie sich auf besondere Weise um die Nachhaltigkeit Ihres Unternehmens verdient gemacht?

Die Erfahrung zeigt: Sobald Sie beweisen können, dass Sie erfolgreich aktiv am Unternehmen arbeiten, ist eine Gehaltserhöhung oft nur noch Formsache. Das gilt auch, wenn Sie Ideen haben und wertvolle Innovationen anstoßen. Meine Klientin Fabian K. würde das sicherlich so unterschreiben. Sie sprudelte nur so vor Ideen und unterbreitete Ihrem Chef auf meinen Rat hin einen Vorschlag, wie ihr Unternehmen langfristig erfolgreich sein könnte. Ihr Vorgesetzter war von den zukunftsweisenden Innovationen, die sie vorschlug, so begeistert, dass er sie nicht nur voll unterstützte. Sondern gleich noch eine Position im Board obendrauf legte.

5.) „Meine Kollegen schätzen mich.“

Sehr gerne können Sie im Gehaltsgespräch auch durch die Blume anklingen lassen, wie viel Ihre Mitarbeiter und Kollegen im Top-Management von Ihnen halten. Zum Beispiel: „In den letzten Monaten habe ich einige Projekte übernommen, die eigentlich gar nicht in meinen Verantwortungsbereich gefallen wären. Einfach, weil ich gemerkt habe, dass sich meine Kollegen gerne an mich wenden, wenn es brennt. Dieses Vertrauen ehrt mich sehr.

Hintergrund: Reines Eigenlob wirkt weit weniger überzeugend, als aufzeigen zu können, dass Andere die eigene Leistung sehr zu schätzen wissen.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Sie sind der Meinung, dass Sie eine Gehaltserhöhung verdienen – und suchen noch nach den richtigen Argumenten, die auf Ihre individuelle Position zugeschnitten sind? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de. Gemeinsam finden wir die Hebel, die Ihnen ein höheres Gehalt verschaffen!

Bild: pressmaster / stock.adobe.com

Schlagwörter: Argumente für GehaltserhöhungGehaltserhöhungGehaltsverhandlung

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