Jobwechsel: Ja oder nein? Ein Leitfaden

Transformation
Jobwechsel ja oder nein

Gehen oder bleiben? Durchbeißen oder hinschmeißen? Jobwechsel ja oder nein? Wie auch immer die Antwort auf diese Fragen ausfällt, sie wird Ihre Karriere nachhaltig beeinflussen. Positiv oder negativ. Umso wichtiger ist es, jetzt keine Schnellschuss-Entscheidungen zu treffen. In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Klarheit finden. Wie immer mit vielen realen Fallbeispielen von Klienten aus meinem Führungskräfte Coaching.

Inhaltsverzeichnis

  1. Jobwechsel: Die Gründe sind vielseitig
  2. Kündigen oder nicht? Mit diesen 4 Tipps finden Sie Klarheit
    2.1. Hinterfragen Sie Ihre Bauchentscheidung
    2.2. Nehmen Sie sich Zeit zur Reflexion
    2.3. Schöpfen Sie Handlungsspielräume aus
    2.4. Suchen Sie bei Unsicherheiten das Gespräch
  3. Ein Sparringspartner unterstützt Sie bei der Entscheidungsfindung

Jobwechsel: Die Gründe sind vielseitig

Die Motive für einen Jobwechsel auf C-Level-Niveau sind vielseitig. Viele meiner Klienten sind zutiefst unzufrieden in Ihrem Job. Sie haben den Glauben daran verloren, dass Ihre Situation besser werden kann – und nicht selten bereits innerlich gekündigt. Andere sind sich unsicher, ob man Sie an der Spitze überhaupt will. Etwa wegen widersprüchlicher Signale des Vorstands oder schlicht wegen ausbleibendem Feedback. Es gibt aber auch diejenigen, bei denen in ihrem jetzigen Job gar nichts im Argen liegt. Die aber plötzlich mit der Chance Ihres Lebens konfrontiert – und jetzt von Gewissensbissen geplagt werden.

In dem Zusammenhang kommt mir mein Klient Robert K. in den Sinn. Robert hatte erst vor kurzem seinen neuen Job angetreten und gerade das Onboarding durchlaufen. Da plötzlich meldete sich sein absoluter Traumarbeitgeber bei ihm – und bot ihm einen Job an. Robert war baff. Nach über einem Jahr Funkstille hatte er seinen Wunschjob längst abgeschrieben. Jetzt war er innerlich zerrissen. Sollte er wirklich alles hinschmeißen und seinem Traum hinterherjagen? Oder lieber Loyalität gegenüber seinem aktuellen Arbeitgeber zeigen? Am Ende wechselte er seinen Job. Aber erst nachdem er sich ausreichend Zeit zur Reflexion genommen hatte. Und nachdem er für eine geordnete Übergabe gesorgt hatte, die ihm eine Kündigung ohne böses Blut ermöglichte.

Kündigen oder nicht? Mit diesen 4 Tipps finden Sie Klarheit

Die Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel ist meist schwierig. Und das sollte sie auch sein. Denn wenn Sie es sich zu leicht machen, geht das selten gut. Kündigen Sie aus einem unreflektierten Impuls heraus, finden Sie sich nicht selten in kürzester Zeit in exakt derselben Situation wieder. Nur eben bei einem anderen Arbeitgeber. Und wenn Sie aus Angst oder Bequemlichkeit in einem Ihnen verhassten Job, ohne Aussicht auf Besserung verbleiben, rächt sich auch das irgendwann. Schlimmstenfalls mit einem Burnout.

Die gute Nachricht: Mit etwas (emotionalem) Abstand, cleverem Agieren und offener Kommunikation gewinnen Sie in wenigen Wochen Klarheit über die anstehende Entscheidung. Die folgenden Tipps rund um die Entscheidung für oder gegen einen Jobwechsel bewähren sich bei meinen Klienten immer wieder – seit Jahrzehnten.

1.) Hinterfragen Sie Ihre Bauchentscheidung

Grenzenlose Überforderung, Druck von allen Seiten, das Gefühl in der jetzigen Position so gar nichts bewegen zu können. Wenn Sie sich im Job nur noch wie der berühmte Hamster im Laufrad fühlen, schreit jede Faser in Ihrem Körper: „Ich muss hier weg.“ Flucht ist in Situationen wie diesen nicht nur verständlich. Sie ist zutiefst menschlich. Und trotzdem ist es in den seltensten Fällen eine gute Idee, eine so folgenschwere Entscheidung wie einen Jobwechsel aus dem Bauch heraus zu treffen. Denn eine überstürzte „Weg-von-Flucht“ verstellt Ihnen den Blick nach vorne, sodass Sie fast nie da ankommen, wo Sie eigentlich hinwollen.

Ich habe keine genauen Zahlen im Kopf. Intuitiv würde ich aber schätzen, dass etwa 95 Prozent meiner Klienten, nachdem sie diesen Fluchtreflex erkannt und ihm widerstanden hatten, am Ende doch noch in ihrer Rolle und Position glücklich wurden. Ohne Ihren Job zu wechseln! Möglicherweise haben Sie allerdings die ein oder andere Veränderung vorgenommen, von der sie vorher gar nicht wussten, wie „lebensentscheidend“ dies für Sie werden würde.

2.) Nehmen Sie sich Zeit zur Reflexion

Nachhaltig zufrieden können Sie in Folge eines Jobwechsels erst dann werden, wenn Sie sich ganz bewusst – nicht als Fluchtreflex! – für diesen entscheiden. Ich denke da etwa an meinen Klienten Jürgen B. Er war sich sehr sicher, dass er kündigen wollte, es sogar MUSSTE. Trotzdem: Er nahm sich die Zeit, um in sich zu gehen. Und er erkannte, dass seine Unzufriedenheit vor allem an ihm selbst lag. Er gab seinem Unternehmen also noch eine Chance. Erst als sich an seiner Situation auch nach knapp 4 Monaten nichts geändert hatte, war ihm klar: Jetzt ist es endgültig Zeit zu kündigen. Sein Fazit: „Jetzt weiß ich, was ich will. Was ich jetzt mache, ist nicht das, was ich dauerhaft machen möchte. Und das, was ich tun möchte, kann ich in diesem Unternehmen nicht verwirklichen.“ Damit hatte er beste Voraussetzungen für eine geordnete Kündigung geschaffen – und die nötige Klarheit für einen erfolgreichen Jobwechsel gewonnen. 

3.) Schöpfen Sie Handlungsspielräume aus

Sobald Sie anfangen, Ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und über die Rahmenbedingungen Ihres Jobs nachzudenken, dürften Sie feststellen: So starr und unveränderlich, wie letztere Ihnen vorkamen, sind sie in der Realität gar nicht. Fragen Sie sich jetzt:

Und dann bauen Sie die Bedingungen Ihres Jobs Schritt für Schritt so um, dass es wieder für sie passt. Falls das nicht glückt (klar, auch diese Fälle gibt es), dürfte Ihnen jetzt trotzdem klar sein, was zu tun ist. So ging es einem Interessenten, der mit seiner neuen Rolle als Geschäftsführer einfach nicht glücklich wurde. Auch nicht in einem neuen Unternehmen, wo er ebenfalls das Gefühl hatte, ständig in Fettnäpfchen zu treten. Schließlich stellte er für sich fest: „Ich habe mir das nun zweimal angeschaut. Es ist nicht meine Welt. Ich möchte nicht mehr an vorderster Front stehen. Ich habe nicht die Geduld, so lange zu warten, bis was passiert.

4.) Suchen Sie bei Unsicherheiten das Gespräch

Denken Sie nur deshalb über einen Jobwechsel nach, weil Sie glauben, dass Sie im Unternehmen gar nicht (mehr) erwünscht sind? Herrscht zwischen Ihnen und Ihren Vorgesetzten eisige Funkstille, die das Gedankenkarussell kreisen lässt? Dann kann ich Ihnen nur einen Rat geben: Suchen Sie das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten, bevor Sie übereilte Entscheidungen treffen!

Ich erinnere mich gut an Valerie K., deren Ziel es eigentlich war, in den Vorstand der Konzernzentrale aufzusteigen. Ihr Unternehmen allerdings geriet in schwierige Fahrwasser und musste sich verschlanken. Auch im Top-Management sollten Mitarbeiter gehen müssen. Der Vorstandsvorsitzende sprach zunächst mit allen, die im Top-Management verbleiben oder in den Inner Circle aufsteigen sollten. Nur sie bekam kein Gesprächsangebot. Zutiefst verunsichert nahm Valerie Gespräche mit einem Headhunter auf, der just in dieser sensiblen Phase auf sie zukam – und das, obwohl sie eigentlich gar nicht wechseln wollte! Nachdem sie immer wütender und wütender auf den Vorstandsvorsitzenden geworden war, der sie schlicht ignorierte, erreichte sie doch noch eine kurze WhatsApp-Nachricht „Alles klar? Sie sind doch dabei?“ Natürlich war sie das. Valerie war nämlich das beste Pferd im Stall. Und für den Vorstandsvorsitzenden war es so selbstverständlich, dass sie in einer Spitzenposition im Unternehmen bleiben sollte, dass er sie gar nicht erst zu einem Gespräch über ihre Zukunft eingeladen hatte. Kaum vorstellbar, dass Valerie Stunden zuvor noch kurz vor einem Jobwechsel gestanden hatte.

Ein Sparringspartner unterstützt Sie bei der Entscheidungsfindung

Die Entscheidung, ob Sie kündigen und Ihren Job wechseln oder lieber bleiben sollen, ist nicht nur eine der schwierigsten Ihrer Karriere. Sondern auch eine mit der größten Tragweite für Ihren Karriereweg. Sie dürfen und sollen sich Zeit für diese Entscheidung nehmen. Und am besten treffen Sie diese folgenschwere Wahl nicht allein. Feedback von Vertrauten ist jetzt Gold wert. Fragen Sie Gleichgesinnte oder Ihren Mentor um Rat. Auch der neutrale Blick eines externen Sparringspartners kann Sie bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Aber bitte wählen Sie jemanden, der Ihre Situation nachvollziehen kann. Der eigene Top-Management-Erfahrung besitzt und sich selbst schon die Frage gestellt hat: „Job wechseln, ja oder nein?“

Gut zu wissen: Ich selbst war in meiner eigenen Zeit als Top-Managerin als Mitglied der Geschäftsführung im DACH-Raum für rund 1.000 Mitarbeiter verantwortlich. Und in meinen mittlerweile 30 Jahren als Führungskräfte-Coach und Sparringspartner durfte ich bereits etliche Klienten bei der vielleicht schwierigsten beruflichen Entscheidung Ihres Berufslebens begleiten. Kontaktieren Sie mich, wenn Sie sich neutrales, aber empathisches Feedback eines Sparringspartners mit Stallgeruch und jahrzehntelanger Erfahrung wünschen, um Klarheit zu finden!

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Seit Wochen zerbrechen Sie sich den Kopf darüber, ob Sie kündigen sollen oder nicht? Und sind trotzdem noch keinen Schritt weiter? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de. Gemeinsam analysieren wir Ihre Situation, sorgen für Klarheit und machen Sie wieder handlungsfähig!

Bild: KOTO / stock.adobe.com

Schlagwörter: Arbeitgeber wechselnJobwechselkarrierekündigenKündigung

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