Kennenlerngespräch mit neuen Mitarbeitern – ein Best Practice in 5 Schritten

Moderne Führung
Kennenlerngespräch Mitarbeiter

Während in formellen Bewerbungsgesprächen Erfahrungen, Qualifikationen und Kompetenzen abgeklopft werden, finden Kennenlerngespräche in der Regel in einem lockeren Rahmen statt. Und lassen Raum für einen echten Dialog. Richtig durchgeführt lernen Sie den Bewerber hier auch als Mensch mit seinen Vorstellungen, Wünschen und Stärken kennen – und können damit beurteilen, wie er für das Team am wertvollsten ist. Das gilt auch dann, wenn Sie neu als Führungskraft in einem Unternehmen angefangen haben und Ihr Team erst kennenlernen müssen.

Gerade bei potenziellen Directs ist ein solches Kennenlerngespräch der Goldstandard.

In diesem Artikel stelle ich Ihnen den Best Practice für Kennenlerngespräche in 5 Schritten vor. Seit Jahren berichten meine Klienten im Führungskräfte-Coaching, dass dieser Leitfaden sehr erfolgreich ist – und auch bei den Bewerbern bzw. Mitarbeitern gut ankommt.

Inhaltsverzeichnis

  1. Führen Sie 1:1-Gespräche
  2. Sorgen Sie für einen entspannten Rahmen
  3. Starten Sie mit einem kurzen Smalltalk
  4. Hören Sie zu – und führen Sie einen echten Dialog
  5. Stellen Sie die richtigen Fragen

1.) Führen Sie 1:1-Gespräche

Ganz egal, ob Sie ein Kennenlerngespräch mit neuen Mitarbeitern führen, einem Bewerber nach dem vielversprechenden formellen Bewerbungsgespräch so richtig auf den Zahn fühlen wollen oder, ob Sie selbst als Chef neu im Team sind. Den ersten tiefen Austausch gestalten Sie immer als intimes 1:1-Gespräch. Nur so schaffen Sie die nötige Lockerheit, um sich gegenseitig wirklich kennenzulernen. Das erste Kennenlernen muss gar nicht lang sein. Ein 20-minütiger Cappuccino-Termin reicht aus, um einen ersten Eindruck von Ihren neuen Mitarbeitern zu bekommen. Mit Ihren Directs können Sie in den nächsten Wochen dann weitere vertiefende Gespräche führen.

2.) Sorgen Sie für einen entspannten Rahmen

Viele Mitarbeiter sind nervös, wenn sie das erste Mal ihrem neuen Chef (bzw. Chef in spe, falls der Mitarbeiter noch nicht eingestellt ist), gegenübersitzen. Grund dafür ist meist das offensichtliche Machtgefälle zwischen Chef auf der einen und Untergebenem auf der anderen Seite. Nach meiner Erfahrung (viele meiner Klienten berichten das gleiche) bringt ein Kennenlerngespräch deutlich bessere Ergebnisse, wenn Sie dieses Machtgefälle abschwächen. Am einfachsten gelingt das, indem Sie für einen entspannten Rahmen sorgen. Soll heißen: Führen Sie die Gespräche nicht in Ihrem Büro. Wählen Sie stattdessen eine ruhige Lounge-Ecke im Gebäude, gehen Sie spazieren oder treffen Sie sich in einem gemütlichen Café in der Nähe.

3.) Starten Sie mit einem kurzen Smalltalk

Haben Sie einen entspannten Rahmen geschaffen, ist es gar nicht mehr so schwer, einen ehrlichen Dialog auf Augenhöhe zu führen. Allerdings sollten Sie nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Um das Eis zu brechen, bietet sich zunächst ein kurzer Smalltalk an. Reden Sie eine bis zwei Minuten über unverfängliche Themen, um sich ein wenig locker zu machen. Erst danach leiten Sie zum Deep Talk über.

4.) Hören Sie zu – und führen Sie einen echten Dialog

Jetzt ist es an der Zeit, einen echten Dialog mit Ihrem Gegenüber zu führen. Zeigen Sie aufrichtiges Interesse. Stellen Sie Rückfragen. Wichtig: Ihre Aufgabe ist es jetzt zuzuhören. Notieren Sie sich wichtige Antworten, aber machen Sie keine Versprechungen. Verschaffen Sie sich einfach ein Bild vom Ist-Zustand. Wie blickt der (neue) Mitarbeiter auf das Unternehmen? Was sind seine Bedürfnisse, Wünsche und Ziele? Wie nimmt er Sie als Chef wahr? 

5.) Stellen Sie die richtigen Fragen

Ich bin keine Freundin von starren Gesprächsleitfäden. Denn so wie jeder Mensch anders ist, verlaufen auch Kennenlerngespräche höchst individuell. Trotzdem empfehle ich Ihnen, sich – gerade im Gespräch mit Ihren neuen oder künftigen Directs – einen Fragekatalog zurechtzulegen. Die Fragen können Sie entweder natürlich ins Gespräch einfließen lassen oder an geeigneter Stelle hintereinanderstellen.

Folgende Fragen helfen Ihnen dabei, ein umfassendes Bild des (neuen oder potenziellen) Mitarbeiters zu bekommen:

Mein Tipp: Stellen Sie allen neuen Mitarbeitern dieselben Fragen. So können Sie die Antworten am Ende besser miteinander vergleichen – und bekommen ein genaueres Bild von den Eigenheiten, Perspektiven und Stärken Ihrer Mitarbeiter.

Herzliche Grüße

Gudrun Happich

Gudrun Happich

PS: Trotz Kennenlerngespräch stellen sich Ihre neuen Mitarbeiter im Nachhinein immer wieder als echte Nieten heraus? Dann kontaktieren Sie mich unter info@galileo-institut.de. Gemeinsam entwickeln wir einen Rahmen, in dem Sie Ihre Directs in spe wirklich kennenlernen! 

Bild: bnenin / stock.adobe.com

Schlagwörter: ErstgesprächKennenlerngesprächKennenlerngespräch Directsneuer Mitarbeiter

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